Werner Helwig (Kurzbiographie)

Werner Helwig wurde am 14.1.1905 in Berlin geboren. Von seinem Vater wurde er künstlerisch und musikalisch beeinflusst. Seine Leselust gedieh schon ungewöhnlich früh. Nach dem Besuch des Real-Gymnasiums begann er eine landwirtschaftliche Lehre und eignete sich in den folgenden Jahren als Autodidakt vielfältige Kenntnisse in den Bereichen Völkerkunde, Literatur und Musik an. Großen Einfluss auf sein weiteres Schaffen übte die Jugendbewegung aus; Helwig gehörte dem Nerother Wandervogel an und verbrachte Mitte der zwanziger Jahre längere Zeit auf der Burg Waldeck, dessen Bundeszentrum. Vagabundierend erkundete er viele Jahre lang Skandinavien, Island, Irland, Spanien und hielt sich als Emigrant seit 1933 in Griechenland und Italien auf.

Kurz vor Ausbruch des Krieges kam er in die Schweiz, von wo er – frisch verheiratet, seine Frau erwartete ein Kind – nach Liechtenstein ausgewiesen wurde. Dort verbrachte er die Kriegszeit in kargen Verhältnissen, da er nichts veröffentlichen durfte. Von 1949 bis zu seinem Tode lebte er in Genf.

Nun kamen die meisten seiner Bücher heraus. 1950 verlieh ihm die Mainzer Akademie ihren großen Literaturpreis. Als freier Mitarbeiter vieler Zeitungen und Zeitschriften trat er als Kritiker von Kunst und Literatur hervor, wobei er sich oft für fast vergessene Autoren einsetzte. In zahlreichen Essays brachte er seine Reiseerfahrungen und seine kultur-, kunst- und religionsgeschichtlichen Kenntnisse ein. Von vielen Reisen nach Südamerika, Tahiti, der Osterinsel oder Japan schrieb er Berichte, die neben Kulturerkundigungen oft frühzeitige Warnungen vor Umweltzerstörung enthielten.

38 Jahre lang war er mit der Welsch-Schweizerin Yvonne Germaine verheiratet. Nach ihrem Tode heiratete er noch einmal. Werner Helwig hatte viele Interessen; er begeisterte sich beispielsweise für Megalithkulturen und sammelte leidenschaftlich Kunst, vor allem fernöstliche, und Bücher. Er starb 80-jährig am 4.2.1985.

Erik Martin (Aus Muschelhaufen 26 A)

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(LITERATUR LEXIKON, Hrg. Walther Killy):

 “Helwig war literarischer Außenseiter. Seine Prosa, oft kunstvoll rhythmisiert, ist sinnlich und beschwört mythische Hintergründe; Mensch und Natur bilden eine gefährdete Einheit.”

 

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